„Wir sind für euch da“

Trotz großer Unsicherheiten versuchen die Beruflichen Schulen Untertaunus in Hahn, ihren Schülern zu helfen.

Wiesbadener Kurier vom 11.05.2020

TAUNUSSTEIN - (red). Unter dem Motto „Wir sind für euch da“ starteten vergangene Woche die Beruflichen Schulen Untertaunus eine Betreuungs- und Beratungsoffensive. Nicht nur an allgemeinbildenden Schulen erwerben jeden Sommer junge Menschen den Hauptschulabschluss oder den mittleren Bildungsabschluss, sondern auch an den Beruflichen Schulen in Hahn geben rund 100 Schülerinnen und Schüler vor den Prüfungen noch einmal Vollgas, um einen dieser beiden Abschlüsse zu erreichen und in vielen Fällen eine betriebliche Ausbildung zu starten.
Kein Präsenzunterricht vor Anfang Juni
Im März gab es jedoch die Vollbremsung statt Vollgas. Die Jugendlichen werden seitdem im Homeschooling unterrichtet, ohne dass alle zu Hause über ein Homeoffice verfügen. Alle geplanten Praktika mussten abgesagt werden, die eigentlich zur Anbahnung von Ausbildungsverhältnissen vereinbart wurden. Im Laufe der nachfolgenden Wochen wurde es den Jugendlichen zu Hause zu eng und die auferlegten Kontaktbeschränkungen trugen zu einem stärkeren Wunsch nach Schule bei.
So war die Freude zunächst groß, als die Abschlussklassen von Ende April an wieder in die Schule bestellt wurden, um ihre Prüfungen ablegen zu können. Im Leben der jungen Menschen standen schließlich einschneidende Momente bevor. Umso größer war die Ratlosigkeit, als die an den Beruflichen Schulen betroffenen Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung sowie die Abschlussklassen der Berufsfachschule auf den Listen der willkommenen Klassen fehlten.
Die Lehrkräfte glaubten zunächst an ein Versehen. Auf Nachfragen hin wurden die Prüfungen dieser Gruppen hessenweit abgesagt. Auch ein Präsenzunterricht ist vor Anfang Juni nicht vorgesehen.
Abschlüsse sollen ohne Prüfung vergeben werden
„Wir dürfen jetzt wohl die Abschlüsse ohne Prüfung vergeben, haben aber noch keine Hinweise, auf welcher Grundlage dies geschehen soll“, teilte der zuständige Abteilungsleiter Roland Nordhoop den Eltern und Jugendlichen mit. „Das ist nicht immer eine gute Nachricht für die Absolventen und Absolventinnen dieser Bildungsgänge, denn damit wäre die Schulzeit für diejenigen beendet, bei denen die Noten für weiterführende Schulen nicht gut genug sind“, erklärte Nordhoop. Ausgerechnet jetzt sei auch noch die für die Beruflichen Schulen zuständige Berufsberaterin abgezogen worden, dem Vernehmen nach zur Sachbearbeitung von Anträgen. Gleichzeitig sagen Betriebe Bewerbungsgespräche ab und die ersten Ausbildungsverträge werden storniert.
„Wir helfen unseren Jugendlichen jetzt ganz offensiv“, vermeldet Nordhoop und startete gemeinsam mit dem Lehrkräfteteam sowie der Schulsozialarbeit eine Beratungs- und Betreuungsoffensive. Alle Familien werden angerufen, erhalten E-Mails, und jeder, der möchte, kann sich mit entsprechendem Sicherheitsabstand in der Schule beraten lassen. Auch mobile Computer können entliehen werden. Die Schulsozialarbeit bietet neben Beratungsgesprächen unter anderem Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen an und vermittelt auch den Kontakt zu den spezifischen Einrichtungen im Landkreis. Gleichzeitig unterstützen Fachlehrkräfte die Jugendlichen bei der Kontaktaufnahme zu Betrieben, die trotz der Krise nach den Sommerferien ausbilden wollen. „Dabei geht es nicht nur um konkrete Hilfen, sondern auch um das Signal, dass wir zu den Jugendlichen halten“, resümiert die Schulsozialarbeit an den Beruflichen Schulen Untertaunus.

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